Bei dem neuesten Fall von Wilderei bittet die Polizei Apolda Zeugen sich bei ihr zu melden. Archiv-Foto: TA
Am letzten Sonntag wurde in der Nähe des Wasserturms in der Stobraer Straße in Apolda ein erschossenes Rehkitz gefunden. Die Polizei Apolda musste bereits im letzten Jahr bei mehreren Fällen von Tierquälerei und Wilderei ermitteln.
Apolda. Waren früher Wilderer in den Wäldern unterwegs, um sich mit Fleisch zu versorgen, so hat sich das Bild gründlich gewandelt. Auch in der jüngsten Kriminalstatistik des Altkreises Apolda taucht Wilderei als Straftat auf. Allerdings, so urteilt Hauptkommissar Frank Schmidt
, der Leiter der Ermittlergruppe, handelt es sich meist um Fälle, die deutlich die Lust des Täters am Töten zeigen. So wird beispielsweise häufig auf Katzen, Hunde oder Tauben geschossen, meist mit Luftdruckwaffen und manchmal auch mit tödlichen Treffern. Erst im Frühling 2011 suchte die Polizei nach einem solchen Tierquäler nördlich der Herressener Promenade. Ebenfalls unter Wilderei fällt der seltsame Fall, bei dem ein Autofahrer ein Rehkitz angefahren und dabei getötet hat. Vom verendeten Tier schnitt er den Kopf ab, vermutlich als eine Art Trophäe. Damit machte er sich schuldig das Wild gehört grundsätzlich dem Jagdpächter. In diesem Fall war es leicht, den Täter zu ermitteln, Zeugen hatten ihn bei seiner bizarren Tat beobachtet.
Auf Beobachtungen hofft die Polizeiinspektion Apolda auch im jüngsten Fall der Jagdwilderei, die sich am vergangenen Wochenende ereignet hat. Am Sonntagmorgen wurde auf einem Feld nahe des Wasserturms in der Stobraer Straße ein totes Rehkitz gefunden. Das männliche Tier wies zwei Schussverletzungen auf. Offensichtlich war auch hier Lust am Töten das Motiv der bislang unbekannten Täter. Der Jagdpächter hat das verendete Tier zur Untersuchung eingeschickt. Vermutlich wurde es bereits am 23. oder 24. März erschossen, es hat schon mindestens einen Tag an der Fundstelle gelegen. Die Polizei Apolda hat Ermittlungen wegen Jagdwilderei aufgenommen. Sie hofft nun auf zweierlei: Zum einen steckt im Kopf des toten Tieres noch ein Projektil, das möglicherweise Rückschlüsse auf die verwendete Waffe zulässt. Zum anderen hofft die Polizei auf mögliche Zeugen. Wer in der Nacht vom Freitag zum Samstag vergangener Woche Schüsse gehört oder die Täter beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei-Inspektion Apolda zu melden. Auch bislang nicht gemeldete ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit könnten der Polizei wichtige Hinweise zur Aufklärung der Wilderei geben.
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