Vom Strickermannbrunnen an der Ecke Goerdelerstraße (oben rechts) bis hin zur Bachstraße (unten rechts angeschnitten) wird der Schulplatz komplett in die Kur genommen. Grafik: Architektur und Stadtplanung Schudrowitz
Der Architekt Bernhard Schudrowitz stellte bei einer Bürgerversammlung die Details zur Umgestaltung vor. Bürgerfragen drehten sich um praktische Dinge wie Toiletten und Spielmöglichkeiten für Kinder.
Apolda. Ist die vordere Bahnhofstraße saniert, will sich die Stadt Apolda der überfälligen Gestaltung des Schulplatzes widmen. Die Wartezeit ist vonnöten, weil der Platz derzeit als Baustofflager für die Bahnhofstraße verwendet wird. Grundideen und Details für den künftigen Schulplatz erläuterte der Architekt Bernhard Schudrowitz am Dienstagabend bei einer außerordentlich gut besuchten Bürgerversammlung im Apoldaer Stadthaus. Wesentliches Anliegen der Umgestaltung sei, die Zergliederung des Platzes und vor allem der Verbindung zwischen Johannisgasse und Ritterstraße aufzulösen. Im "gelben Ring zwischen Puschkinplatz, Schulplatz, Marktplatz und Brauhof komme dieser Achse eine entscheidende Bedeutung zu. Dieser "gelbe Ring" soll künftig die verkleinerte und verlagerte Fußgängerzone und damit das Herzstück des Stadtzentrums werden. Von der Kreuzung Goerdelerstraße/Johannisgasse aus soll die Pflasterung mit großflächiger Einfärbung als Leitsystem die Fußgänger in Richtung Markt führen. Der jetzt noch vorhandene optische "Knick" durch den Fußgängerüberweg wird aufgehoben, der Verkehr in der Bachstraße durch eine Aufpflasterung beruhigt. "Der Fußgänger hat hier Vorrang", verdeutlichte Schudrowitz. An der Ecke von Goerdelerstraße und Schulplatz soll künftig die schon vorhandene Bronzefigur von David, dem Strickermann, am Rande eines noch zu schaffenden Brunnens sitzen. Auf dem Areal der ehemaligen Dienstleistungs-Annahmestelle soll ein beschatteter Boule-Platz entstehen, am Rande werden ein Gartenschachfeld und das eingelagerte Bauhaus-Schachspiel ihren Platz finden. Die jetzt stehenden Bäume, so versicherte Schudrowitz, müssten dafür im Grunde nicht angetastet werden. Durch eine Baumlücke soll die Achse zum klassizistischen Bau der ehemaligen Mädchenschule (Schulplatz 3) geöffnet werden.
Dem Boule-Platz komme auch funktional eine zentrale Bedeutung bei, sagte der Architekt. "Auch Erwachsene wollen spielen", begründete er die Idee. Der Platz müsse der veränderten Bebauung und der Demografie in Apolda Rechnung tragen. Allein im Wohnpark am Brühl werden künftig 100 Apoldaer ihr Zuhause finden. Ein kleines Café mit Terrasse riegelt den Platz südlich zur bestehenden Wohnbebauung ab - auch wörtlich genommen. Denn mittels Mauer und Bebauung soll tatsächlich ein architektonischer Riegel entstehen. Die Fragen der Apoldaer kreisten um ganz praktische Probleme. So wollte Marco Erfurt wissen, wo die Kinder spielen sollen. Und die Eigentümerin eines Hauses in der Bachstraße sorgte sich um das entkernte Nachbargebäude Bachstraße 26, das ursprünglich abgerissen werden sollte. Weil es voraussichtlich stehen bleiben wird, entfällt übrigens auch die geplante öffentliche Toilette - und die Stadt hofft auf die Kulanz des künftigen Café-Betreibers. Der Teil am Gebäude soll in diesem Jahr von Juni bis September gebaut werden, der Boule-Platz im nächsten Jahr.